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Scheidungsrecht

Das türkische Scheidungsrecht und seine Besonderheiten

Was ist der Unterschied zwischen Scheidungen nach deutschem oder türkischem Recht?

Das türkische Zivilgesetzbuch wurde im Jahr 2001 reformiert. Dabei wurde die Gleichberechtigung der Frau im Bereich des Familienrechts im Gesetz verankert. Hierbei wurden große Teile des schweizerischen Scheidungsrechts übernommen und so eine Anpassung an den europäischen Standard erreicht. Das neue Zivilgesetzbuch trat zum 01.01.2002 in Kraft.

Scheidung deutsch oder türkisch

Vor- und Nachteile einer Scheidung nach türkischem Recht

  • Großes Risiko bei nicht einvernehmlichen Scheidungen in der Türkei
    Die im türkischen Recht nach dem Schuldprinzip geltenden Scheidungsgründe (s.u.) schaffen ein großes Risiko für beide Parteien, da die hierfür verwendeten Rechtsbegriffe sehr vage und unpräzise formuliert sind. Dies spricht eher für eine Scheidung in Deutschland, falls diese Möglichkeit besteht.
  • Schnelles und kostengünstiges Verfahren in der Türkei (bei einer einvernehmlichen Scheidung)
    Allerdings findet in der Türkei inzwischen eine Liberalisierung statt und Frauen müssen auch in den oft hart umkämpften Sorgerechtsfragen nicht automatisch mit Nachteilen rechnen. Eine Scheidung in der Türkei kann bei Einigkeit beider Parteien sogar den Vorteil haben, dass sie schneller und billiger vollzogen wird.

Das türkische Scheidungsrecht kennt eine Vielzahl von Scheidungsgründen

Nach dem sogenannten Schuldprinzip, das in Deutschland abgeschafft worden ist, können nach türkischem Recht folgende Sachverhalte als Scheidungsgrund gelten

Ehebruch sowie erhebliche Misshandlungen:

In diesem Falle kann der Ehegatte die Scheidungsklage innerhalb einer Frist von sechs Monaten ab Kenntnis des Scheidungsgrundes einreichen. Mit Ablauf der Klagefrist, spätestens jedoch nach fünf Jahren, erlischt dieses Klagerecht.

Unehrenhafter Lebenswandel:

Wenn ein Ehegatte eine entehrende Straftat begangen hat oder einen unehrenhaften Lebenswandel führt, auf Grund dessen dem Anderen das Zusammenleben nicht mehr zugemutet werden kann, so kann jederzeit die Klage auf Scheidung erhoben werden.

Böswilliges Verlassen:

Hat ein Ehegatte den anderen mit dem Ziel verlassen, die ehelichen Pflichten nicht zu erfüllen oder wird er aus diesen Gründen böswillig aus der gemeinsamen Wohnung vertrieben, kann der verlassene oder vertriebene Ehegatte die Scheidungsklage erheben.
Für den verlassenen Ehegatten gilt jedoch, dass er erst klagen kann, wenn sein vorher bei Gericht gestellter Antrag auf Aufforderung zur Rückkehr ergebnislos geblieben ist und die Trennung wenigstens sechs Monate angedauert hat. 

Darüber hinaus kennt das türkische Zivilgesetz zwei verschuldensunabhängige Scheidungsgründe:

Geistige Krankheit:

Leidet ein Ehegatte an einer Geisteskrankeit, die das Zusammenleben mit ihm unzumutbar macht, dann kann der Partner die Scheidung einreichen. Die Erkrankung muss jedoch durch ein Gutachten festgestellt werden und zudem als nicht heilbar gelten.

Zerrüttung der Ehe:

Hiernach kann jeder Ehepartner ohne Einhaltung eines Trennungsjahres die Klage auf Scheidung einreichen, wenn er oder sie dem Gericht gegenüber nachweisen kann, dass die bestehenden Streitigkeiten unüberbrückbar sind und es auch keine Aussicht auf Versöhnung gibt, so dass eine eheliche Lebensgemeinschaft unzumutbar ist.

Irene Blank

Fachanwältin für Familienrecht

Parsifalstraße 8
D-90461 Nürnberg

 

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